Eingestellt von - Freitag, 7. August 2015 - Kommentare

UNESCO Weltnaturerbe Liparische Inseln

Aussicht von Panarea auf den Vulkan Stromboli

Meinen ersten Inseltrip zu  den Äolischen Inseln habe ich 2006 unternommen, es ging mit der Fähre von Milazzo per Tragflügelboot nach Vulcano um dann  Lipari zu erreichen.  Die Fahrzeit betrug knapp eine Stunde, die Überfahrt wurde zu einem regelrechten Abenteuer bei starker See. Das Tragflügelboot wurde durch die Wellen hoch katapultiert und platschte immer wieder auf, die ersten Wellen nahmen die Passagiere noch mit einem Lachen und Gejohle wie auf einem Rummelplatz, es waren viele jüngere Passagiere an Bord. Nach gut 10 Minuten hörte man schon weniger mehr von den Lautstarken, nach 15 Minuten wurden Tüten verteilt und nach 20 Minuten startete ein kollektives Erbrechen, danach war dann auch der letzte ruhig. Mich hat es zum Glück nicht erwischt, wahrscheinlich weil ich durch meine regelmäßigen Angelausflüge mit dem Boot schon seefest geworden bin.

Mythen und Legenden ranken um diese kleine Inselgruppe die man in Deutschland als Liparische oder Äolische Inseln und in Italien als Isole Eolie kennt. Ihren Namen erhielt die Inselgruppe vom griechischen Windgott Äolus der von Zeus als Verwalter für die Inseln bestimmt wurde.  Äolus soll anhand der Rauchwolken eines Vulkans (wahrscheinlich der Stromboli) in der Lage gewesen sein das Wetter vorherzusagen und machte sich damit bei den Fischern beliebt. Um Äolus zu ehren benannten die Inselbewohner den Archipel nach seinem Namen.

Die erste Besiedlung der Liparischen Inseln dürfte allerdings viel weiter zurück liegen als die griechische um 580 vor Christus. Aufgrund des reichen Obsidian-Vorkommen wurden die Inseln bereits 4000 Jahre vor Christus besucht. Die Inseln gehörten zu einem wichtigen Handelszentrum für Obsidian im Neolithikum bis die Kupferzeit das schwarze Glasgestein wertlos machte. Die Liparischen Inseln sind dennoch etwas Besonderes geblieben und besitzen  jede für sich einen speziellen Charakter der sie einmalig macht. Ich würde behaupten das jeder der einmal dort war durchaus über einen zweiten Besuch nachdenken wird, so war es zumindest bei mir, ich habe die Liparischen Inseln in mein Herz geschlossen und besuche sie regelmäßig.

Die Einwohnerzahl der sieben Äolischen Inseln ist recht überschaubar, insgesamt leben hier ca. 14000 Einwohner auf allen Inseln zusammen von denen 11000 Einwohner auf Lipari leben. Stromboli ist wohl die bekannteste Insel des Archipel, ein Vulkan der nur knapp 900 Meter aus dem Wasser ragt. Die Basis des Vulkans liegt wesentlich tiefer, ca. 2000 Meter unter Wasser. Er gilt als einer der aktivsten Vulkane der Welt und lässt regelmäßig von sich hören. Vulcano ist durch seine Schlammbäder bekannt geworden denen man heilende Wirkung nachsagt. Salina gilt als das immergrüne Paradies aufgrund des natürlichen Wasservorkommens. Hier werden die Reben für die Inselspezialität Malvasia Wein angebaut. Panarea  ist die Insel der wohlhabenden und wird regelmäßig von diversen VIP´s besucht.  Die kleinen Inseln Alicudi und Filicudi sind zwar dünn besiedelt, aber es gibt dort keine Straßen, als Fortbewegungsmittel kann man nur auf seine Beine oder den Esel zurückgreifen.

Aufgrund der Einmaligkeit und historischen Bedeutung der Liparischen Inseln ernannte die UNESCO den Inselarchipel im Jahre 2000 zum Weltnaturerbe.  Die fortlaufenden vulkanischen Prozesse haben in wichtigen Maßen dazu beigetragen die Lehrbücher der Geologie und Vulkanologie zu erweitern und dienen uns auch heute noch als reiches Feld für wissenschaftliche Untersuchungen um zu verstehen wie Landschaften entstehen. Neben den Äolischen Inseln gilt seit 2013 auch der Vulkan Ätna als UNESCO Weltnaturerbe.

Wer die Liparischen Inseln besuchen möchte kommt nicht drum herum eine Fähre zu buchen, es gibt keinen Flughafen auf den kleinen Inseln. Die Preise für eine Überfahrt  sind saisonabhängig, im Hochsommer fahren mehr Fähren und der Preis steigt, in der Nebensaison reduzieren sich die Überfahrten und somit auch der Ticketpreis. Genauere Infos kann man in meinem Reiseführer auf http://www.italien-inseln.de/messina/faehre-milazzo.html  nachlesen.

Laut statischen Daten werden die Liparischen Inseln mittlerweile von ca. 200.000 Besuchern im Jahr angesteuert. Als kleines Inselparadies kann man einen Besuch der Inseln wärmstens empfehlen, die touristische Infrastruktur ist gut ausgebaut, man findet tolle Strände, kann einmalige Sonnenaufgänge und auch Sonnenuntergänge erleben. Für das leibliche Wohl sorgen eine Hülle und Fülle an sehr guten kleinen Restaurants in denen man insbesondere frischen lokalen Fisch genießen kann. Alles in allem ein sehr schönes Urlaubsziel das nicht nur für Vulkanbegeisterte etwas zu bieten hat sondern auch für alle die ein paar erholsame Tage nötig haben.


 
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